Kreuzbandriss bei Hund & Katze: Die laterale Naht (Lateral Suture) – einfach erklärt

Kniegelenkserkrankung Kreuzbandriss (Cranial Cruciate Ligament Rupture) und die Operationsmethode Laterale Naht (Extrakapsuläre Stabilisierung oder «Lateral Suture»), die besonders für kleine Hunde und Katzen geeignet ist.

Was ist ein Kreuzbandriss?

  • Im Knie stabilisieren Kreuzbänder (vorne und hinten) das Gelenk. Das vordere Kreuzband ist besonders wichtig.
  • Durch Verschleiss, Veranlagung oder Verletzung kann es reissen oder stark geschädigt sein (Defizienz).
  • Folge: Das Knie wird instabil. Bei Belastung «rutscht» der Oberschenkelknochen über die Schienbeinkante – das ist sehr schmerzhaft!
  • Symptome: Plötzliche oder zunehmende Lahmheit (Hinken), Schwierigkeiten beim Aufstehen, Entlasten des Beins, Schwellung am Knie, Muskelabbau am Oberschenkel. Bei Katzen oft subtiler (z.B. weniger Springen).

Warum ist oft eine Operation nötig?

Konservative Behandlung (Stallruhe, Medikamente) kann Symptome lindern, behebt aber die Instabilität meist nicht dauerhaft. Die Operation zielt darauf ab, das Knie mechanisch zu stabilisieren.

Die Laterale Naht (Lateral Suture) - Ideal für Kleine:

  1. Prinzip: Statt das verletzte Band zu reparieren oder die Knochengeometrie zu ändern (wie bei TPLO/TTA), wird künstlich ein neues «Stabilitätsband» ausserhalb des Gelenks geschaffen.
  2. Durchführung: Ein sehr stabiles, nicht dehnbares Spezialband (z.B. aus Nylon oder Corkscrew®) wird aussen um das Kniegelenk herum geführt.
    – Es wird mit einer einem Knochenanker am Oberschenkelknochen (Femur) befestigt.
    – Das andere Ende wird durch einen Tunnel am Schienbein (Tibia) gesichert.
  3. Wirkung: Dieses Band übernimmt die Funktion des gerissenen Kreuzbandes. Es verhindert das schmerzhafte Vorrutschen des Schienbeins unter den Oberschenkelknochen und stabilisiert das Knie während der Heilung.
  4. Vorteil für Kleine: Diese Technik ist relativ einfach, schneller durchführbar und benötigt keine aufwändige Knochendurchtrennung (Osteotomie). Sie ist daher besonders gut geeignet für:
    Kleine Hunde (meist < 15 kg Körpergewicht, abhängig von Rasse und Aktivität)
    Katzen (aller Grössen, da sie generell leichter sind)

Wichtig zu wissen:

  • Grössenlimit: Bei mittelgrossen, grossen oder sehr aktiven Hunden bietet die Laterale Naht oft nicht genug langfristige Stabilität. Hier sind Techniken wie TPLO meist die bessere Wahl.
  • Heilung: Das künstliche Band dient als temporärer Stabilisator. Mit der Zeit bildet sich um das Band herum festes Narbengewebe, das langfristig die Stabilität übernimmt (Fibrose).
  • Nachbehandlung: Auch nach dieser OP ist eine strikte Ruhephase (ca. 8-12 Wochen) und kontrollierte Physiotherapie entscheidend für den Erfolg! Das neue «Band» und das Narbengewebe müssen sich festigen.

Zusammenfassung für kleine Patienten:

Ein Kreuzbandriss ist schmerzhaft und macht das Knie instabil. Die Laterale Naht (Lateral Suture) bietet eine effektive und bewährte Operationslösung, speziell für kleine Hunde und Katzen. Sie stabilisiert das Knie durch ein künstliches Band außerhalb des Gelenks und ermöglicht so Ihrem Tier wieder ein schmerzfreies Leben – vorausgesetzt, die Nachsorge wird konsequent eingehalten.

Bitte beachten Sie: Diese Information ersetzt keine individuelle tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf einen Kreuzbandriss suchen Sie bitte umgehend Ihre Tierarztpraxis auf. Eine frühzeitige Diagnose und die Wahl der optimalen Therapie sind entscheidend!

Mit den besten Wünschen für die Genesung Ihres Tieres.

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